Leinen
Leinen waschen und bügeln: Die komplette Pflegeanleitung
Leinen ist eine der ältesten und robustesten Naturfasern überhaupt. Mit jeder Wäsche wird sie weicher. Trotzdem kann es passieren, dass ein Leinenhemd nach der ersten Wäsche eine Nummer kleiner im Schrank landet. Wie das passieren kann und wie Sie Leinen richtig waschen, trocknen und bügeln, erfahren Sie hier.
Was Leinen so besonders macht
Leinen wird aus den Fasern der Flachspflanze gewonnen und ist deutlich reißfester als Baumwolle. Die Faser kann viel Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich nass anzufühlen, und gibt sie schnell wieder ab. Genau das macht Leinen im Sommer so angenehm: Es kühlt aktiv, statt nur luftig zu sein. Bei einem Hemd aus 100 Prozent Leinen merken Sie das am deutlichsten.
Gleichzeitig ist die Faser wenig elastisch. Sie bricht an den Biegestellen, statt sich zu dehnen und genau das erzeugt die typischen Knitterfalten. Wer Leinen richtig pflegt, nutzt diese Eigenschaft, anstatt gegen sie anzukämpfen.
Vor der ersten Wäsche
Reines Leinen kann bei der ersten Wäsche um bis zu fünf Prozent eingehen, je nach Ausrüstung des Gewebes. Hochwertige Ware ist in der Regel vorgewaschen, sodass dieser Effekt kaum ins Gewicht fällt. Ein Blick auf das Pflegeetikett lohnt sich trotzdem, besonders bei Mischgeweben.
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Waschen Sie farbiges Leinen die ersten Male getrennt. Naturfasern geben anfangs etwas Farbe ab.
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Drehen Sie das Kleidungsstück außerdem auf links, das schont die Oberfläche und erhält den seidigen Glanz, den gutes Leinen mit der Zeit entwickelt.
Leinen richtig waschen
Leinen ist zwar robust, verträgt aber keine mechanische Überbelastung. Diese Einstellungen haben sich bewährt:
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Temperatur: Farbiges Leinen bei 30 bis 40 Grad, weiße oder naturbelassene Ware verträgt bis zu 60 Grad. Höher ist nicht nötig und kann die Farbe ausbleichen.
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Programm: Pflegeleicht oder Feinwäsche. Wichtiger als das Programm ist eine gering befüllte Trommel, damit sich das Gewebe frei bewegen kann.
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Schleudern: maximal 600 Umdrehungen. Hohe Drehzahlen pressen scharfe Knitterfalten in den Stoff, die sich später kaum noch herausbügeln lassen.
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Waschmittel: Ein mildes Feinwaschmittel ohne optische Aufheller. Ein Weichspüler ist nicht nötig, da Leinen von selbst weicher wird.
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Kein Bleichmittel: Chlor greift die Fasern an und macht sie brüchig, auch bei weißer Ware.
Trocknen ohne Einlaufen
Leinen sollte nicht in den Trockner gegeben werden. Die Kombination aus Hitze und Bewegung lässt die Fasern schrumpfen und raut die Oberfläche auf. Dadurch geht der typische Leinenglanz verloren.
Nehmen Sie das Kleidungsstück stattdessen direkt nach dem Schleudern aus der Maschine, schütteln Sie es kräftig aus und ziehen Sie Nähte, Kragen und Bündchen mit den Händen glatt. Hemden und Sakkos trocknen auf dem Bügel, Hosen hängend an den Beinen. Wer Leinen so behandelt, spart sich einen großen Teil der Bügelarbeit.
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Leinen bügeln
Leinen bügelt man feucht. Vollständig getrocknetes Leinen bekommt man nur mit sehr viel Aufwand glatt. Am besten bügelt man, wenn das Kleidungsstück noch leicht klamm ist. Wenn es bereits trocken ist, sprühen Sie es mit Wasser ein und lassen es zehn Minuten durchziehen.
Stellen Sie das Bügeleisen auf die Leinenstufe, also die höchste Temperatur, und nutzen Sie Dampf. Bügeln Sie farbiges Leinen von links, damit die Oberfläche nicht glänzt. Bei weißem Leinen können Sie auch von rechts arbeiten. Bügeln Sie zuerst Kragen, Manschetten und Knopfleisten und zuletzt die großen Flächen.
Hängen Sie das Stück nach dem Bügeln kurz auf, bevor Sie es in den Schrank legen. Warmes Leinen knittert sofort wieder, wenn es gefaltet abgelegt wird.
Knitterfalten: Merkmal statt Makel.
Das Leinen knittert ist keine Frage der Qualität, sondern eine physikalische Eigenschaft der Faser. Wer ein absolut faltenfreies Hemd sucht, ist bei Leinen daher falsch. Genau diese lebendige Oberfläche ist der Grund, warum Leinenkleidung so lässig und zugleich hochwertig wirkt.
Wenn Sie die Falten reduzieren möchten, hilft es, das Schleudern zu reduzieren, das Kleidungsstück feucht aufzuhängen und es mit einem Dampfstoß zu behandeln, während es hängt. Für unterwegs reicht es oft schon, das Kleidungsstück über Nacht ins Badezimmer zu hängen.
Flecken aus Leinen entfernen
Behandeln Sie Flecken so früh wie möglich und immer von außen nach innen, damit sich der Rand nicht vergrößert. Fett nehmen Sie zuerst mit etwas Kartoffelmehl oder Speisestärke auf, danach folgt die normale Wäsche. Rotwein- und Kaffeeflecken spülen Sie sofort mit kaltem Wasser aus.
Verwenden Sie keine Chlorbleiche, auch nicht bei weißem Leinen. Sie schwächt die Faser dauerhaft. Bei hartnäckigen Flecken auf heller Ware ist ein Sauerstoffbleichmittel die sicherere Wahl.
Aufbewahrung von Leinen
Leinen sollte am besten hängend oder locker gefaltet an einem trockenen Ort gelagert werden. Scharfe Faltkanten können die Faser an der Bruchstelle über längere Zeit schwächen. Deshalb sollten Sie gestapelte Teile gelegentlich umschichten.
Lagern Sie Leinen nie in Plastik. Die Faser braucht Luft, sonst entstehen Stockflecken. Ein Baumwollbeutel oder ein offenes Fach im Schrank sind die bessere Wahl.
Häufige Fragen
Bei wie viel Grad wäscht man Leinen?
Farbiges Leinen bei 30 bis 40 Grad, weiße und naturbelassene Ware verträgt bis zu 60 Grad. Entscheidender als die Temperatur ist eine niedrige Schleuderzahl von maximal 600 Umdrehungen.
Läuft Leinen beim Waschen ein?
Reines, nicht vorgewaschenes Leinen kann bei der ersten Wäsche um bis zu fünf Prozent eingehen. Hochwertige Ware ist meist vorgewaschen. Im Trockner läuft Leinen dagegen deutlich stärker ein, deshalb gehört es dort nicht hinein.
Wie bügelt man Leinen richtig?
Immer leicht feucht, mit der höchsten Bügelstufe und mit Dampf. Farbiges Leinen von links bügeln, damit keine Glanzstellen entstehen. Vollständig getrocknetes Leinen vorher mit Wasser einsprühen.
Darf Leinen in den Trockner?
Besser nicht. Hitze und Bewegung lassen die Faser schrumpfen und rauen die Oberfläche auf. Leinen trocknet an der Luft und wird dabei kaum steif, wenn man es vorher ausschüttelt und glatt zieht.
Warum knittert Leinen so stark?
Die Leinenfaser ist kaum elastisch und bricht an Biegestellen, statt nachzugeben. Das erzeugt die typischen Falten. Sie sind ein Merkmal des Materials und kein Zeichen für schlechte Qualität.
Führt Hollert Kleidung aus reinem Leinen?
Ja. Bei Hollert gibt es Hemden, Hosen, Shorts und Sakkos aus 100 Prozent Leinen, für Damen und für Herren.