Kaschmir & Wolle
Was ist Kaschmir? Herkunft, Eigenschaften und warum es so besonders ist
Kaschmir gilt als die edelste Naturfaser der Welt und ist deutlich teurer als normale Schafwolle. Doch was genau ist Kaschmir, warum ist es so teuer und woran erkennt man echte Qualität? Dieser Beitrag erklärt die Herkunft, die Eigenschaften und die Kriterien, auf die es beim Kauf wirklich ankommt.
Was genau ist Kaschmir?
Kaschmir ist streng genommen keine Wolle, sondern ein Haar. Genauer gesagt ist es die feine Unterwolle der Kaschmirziege. Diese Ziegen leben in Regionen mit extremen Temperaturunterschieden, in denen es im Winter deutlich unter minus zehn Grad werden kann. Um dort zu überleben, bilden sie unter dem groben äußeren Deckhaar eine zweite, sehr feine Schicht aus. Genau diese Schicht ist das, was wir als Kaschmir bezeichnen.
Das grobe Deckhaar, die sogenannten Grannen, wird nach der Gewinnung in einem eigenen Arbeitsschritt aussortiert. Erst durch das Entgrannen wird aus dem Rohmaterial die weiche Faser, die später zu Pullovern, Schals und Mänteln verarbeitet wird. Wenn Grannen im Garn zurückbleiben, kratzt das fertige Kleidungsstück. Das ist einer der Gründe, warum billiger Kaschmir oft unangenehm auf der Haut liegt.
Woher kommt Kaschmir?
Der Name leitet sich von der Region Kaschmir im Himalaya ab, aus der die Faser im 19. Jahrhundert nach Europa gelangte. Der weitaus größte Teil des heutigen Rohkaschmirs stammt jedoch aus der Inneren Mongolei, aus China und der Mongolei. Dort finden die Ziegen ideale Bedingungen vor: karge Hochebenen, trockene Luft und lange, sehr kalte Winter.
Das Klima ist kein Nebendetail, sondern der eigentliche Qualitätsfaktor. Je härter der Winter, desto feiner und dichter die Unterwolle. Kaschmir aus milderen Regionen fällt in der Regel gröber aus. Wer wissen möchte, was er kauft, achtet deshalb nicht nur auf das Wort „Kaschmir”, sondern auch auf Angaben zur Herkunft.
Wie wird die Faser gewonnen?
Im Frühjahr, wenn die Ziegen ihr Winterfell verlieren, wird die Unterwolle ausgekämmt. Das ist Handarbeit und dauert pro Tier deutlich länger als eine Schur. Beim Auskämmen fallen etwa 600 bis 800 Gramm Rohmaterial an. Nach dem Waschen, Entgrannen und Sortieren bleiben davon nur rund 150 bis 200 Gramm verwertbare Fasern übrig.
Zum Einordnen: Für einen klassischen Pullover braucht es die Jahresausbeute mehrerer Tiere. Ein Schaf liefert im selben Zeitraum ein Vielfaches an Wolle. Diese Rechnung erklärt den Preis.
Die besonderen Eigenschaften
Die Faser hat einen Durchmesser von durchschnittlich 15 bis 19 Mikrometern und eine Länge von rund 25 bis 90 Millimetern. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist mit 50 bis 70 Mikrometern drei bis vier Mal so dick. Aus dieser Feinheit ergeben sich fast alle Eigenschaften, die Kaschmir ausmachen.
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Wärme bei wenig Gewicht: Die Fasern schließen viel Luft ein. Deshalb wärmt ein dünner Kaschmirpullover besser als ein deutlich dickeres Kleidungsstück aus grober Wolle.
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Temperaturausgleich: Kaschmir wärmt, ohne zu überhitzen. Deshalb ist er im kalten Winter genauso gut geeignet wie in klimatisierten Räumen.
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Kein Kratzen: Feine Fasern biegen sich beim Hautkontakt weg, statt zu pieksen. Guter Kaschmir kratzt nicht, auch nicht am Hals.
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Atmungsaktiv: Die Faser nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab, ohne sich klamm anzufühlen.
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Geruchsneutral: Kaschmir muss selten gewaschen werden. In den meisten Fällen reicht das Auslüften.
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Kaschmir und Schafwolle im Vergleich
Schafwolle ist nicht schlechter, sondern einfach anders. Merinowolle hat je nach Qualität eine Stärke von etwa 17 bis 24 Mikrometern und ist damit robuster. Sie hält mechanische Belastung besser aus, ist strapazierfähiger und deutlich günstiger. Wer eine Jacke für draußen sucht, ist mit Wolle oft besser bedient.
Kaschmir punktet dagegen dort, wo es auf Weichheit, Leichtigkeit und ein angenehmes Tragegefühl direkt auf der Haut ankommt. Deshalb kombinieren viele hochwertige Mäntel beide Fasern: Der Wollanteil sorgt für Stand und Haltbarkeit, der Kaschmiranteil für Griff und Wärme. Diese Mischung finden Sie auch in unseren Mänteln.
Gute Qualität erkennen
Kaschmir ist nicht gleich Kaschmir. Diese fünf Punkte helfen Ihnen, die Qualität zu beurteilen:
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Faserlänge: Lange Fasern bleiben im Garn liegen und pillen weniger. Kurze Fasern arbeiten sich hingegen an die Oberfläche und bilden Knötchen.
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Dichte des Gestricks: Halten Sie den Stoff gegen das Licht. Wenn Sie deutlich hindurchsehen können, ist er dünn gestrickt.
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Der Rückstelltest: Drücken Sie den Stoff kurz zusammen und lassen Sie los. Guter Kaschmir kehrt fast vollständig in seine Form zurück.
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Das Griffgefühl: Hochwertiger Kaschmir fühlt sich trocken und weich an, nicht seifig oder rutschig. Ein sehr glatter Glanz deutet auf eine starke chemische Nachbehandlung hin.
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Das Etikett: Reiner Kaschmir muss als solcher ausgewiesen sein. Steht dort ein Mischungsverhältnis, ist das kein Nachteil, aber Sie sollten es kennen.
Ein Pullover aus reinem, langfaserigem Kaschmir lässt sich nicht für zwanzig Euro herstellen. Wenn der Preis unrealistisch niedrig ist, stimmt meistens etwas mit der Faserlänge oder dem Mischungsverhältnis nicht.
Warum ist Kaschmir so teuer?
Der Preis ergibt sich aus drei Faktoren, die sich nicht wegoptimieren lassen: der geringen Menge pro Tier, dem aufwändigen Auskämmen von Hand und dem Entgrannen, das nach wie vor viel Sortierarbeit erfordert. Hinzu kommt, dass die weltweite Menge an feinem Kaschmir begrenzt ist, während die Nachfrage seit Jahren steigt.
Genau deshalb lohnt es sich, ein hochwertiges Stück zu kaufen statt drei mittelmäßige. Richtig gepflegt, hält ein hochwertiger Kaschmirpullover viele Jahre und wird mit der Zeit sogar weicher.
Kaschmir ist die feine Unterwolle der Kaschmirziege. Sie wird im Frühjahr ausgekämmt und anschließend vom groben Deckhaar getrennt. Nur diese feine Unterwolle darf als Kaschmir bezeichnet werden. Bei gleichem Gewicht wärmt Kaschmir deutlich besser, weil die feinen Fasern mehr Luft einschließen. Ein dünner Kaschmirpullover ersetzt daher oft einen dickeren Wollpullover. Guter Kaschmir kratzt nicht. Die Fasern sind so fein, dass sie beim Hautkontakt nachgeben. Kratzt ein Stück trotzdem, sind meist Reste von grobem Deckhaar im Garn geblieben. Leichtes Pilling in den ersten Wochen ist normal und kein Qualitätsmangel. Kurze Fasern arbeiten sich an die Oberfläche. Mit einem Kaschmirkamm lassen sie sich vorsichtig entfernen, danach beruhigt sich das Gestrick. An einem dichten Gestrick, einem trockenen, weichen Griff und daran, dass der Stoff nach dem Zusammendrücken in seine Form zurückgeht. Ein sehr niedriger Preis und ein auffällig glänzender Stoff sind Warnsignale. Ja. Bei Hollert gibt es sowohl reine Kaschmirkleidung als auch Mischungen aus Kaschmir und Wolle, für Damen und für Herren.Häufige Fragen
Was ist Kaschmir eigentlich genau?
Ist Kaschmir wärmer als Wolle?
Kratzt Kaschmir?
Warum bilden sich bei Kaschmir Knötchen?
Woran erkenne ich echten Kaschmir?
Gibt es bei Hollert Kleidung aus Kaschmir?